Bundesschatzbrief: Höhe der Zinsen

Festgeldanlagen werden nicht nur von Banken angeboten, sondern auch von der Bundesrepublik Deutschland. Diese legt festverzinsliche Wertpapiere in Form der Bundesschatzbriefe auf, die von der „Deutschen Finanzagentur“, die im vollständigen Besitz der Bundesrepublik ist.

Ein Bundesschatzbrief unterliegt dem so genannten Staffelzins, das heißt, dass der Zins mit der Dauer der Anleihe ansteigt. Bei einer kurzfristigen Anlage ist er somit niedriger als bei einer langfristigen. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er bei einer langfristigen Anleihe in zinsschwachen Zeiten einen höheren als den marktüblichen erhält, was in zinsstarken Jahren auch der Nachteil des Staffelzinses ist.

Bundesschatzbriefe werden in zwei Varianten angeboten: Der Bundesschatzbrief Typ A und der Bundesschatzbrief Typ B. Der Unterschied zwischen den beiden Bundesschatzbriefen ist im Wesentlichen nur die Art der Zinsauszahlung und die geringfügig andere Laufzeit: Bei einem Bundesschatzbrief Typ A erfolgt sie jährlich und die Anlagedauer beträgt 6 Jahre, bei einem Bundesschatzbrief Typ B am Ende der Laufzeit und die Anlagedauer beträgt 7 Jahre.

Bei einem Bundesschatzbrief Typ A steigt die Höhe der jährlichen Zinsauszahlungen stetig an, da die Zinsen, es handelt sich wie gesagt um einen Staffelzins, pro Jahr fest ansteigen.

Bei einem Bundesschatzbrief Typ B erfolgt die Zinsausschüttung erst am Ende der Laufzeit - dafür aber mit Zinsenzinsen. Dadurch verzichtet der Anleger zwar auf die Zinszahlungen, durch die Zinsenszinsen fällt der Zinsgewinn aber deutlich höher aus als bei Bundesschatzbriefen des Typs A.

Bei einem Bundesschatzbrief richtet sich die Höhe der Zinsen somit nach dem gewählten Typ. Die Höhe der Zinsen selbst ist bei einem Bundesschatzbrief Typ A und Typ B jeweils gleich.

An einem Beispiel: Aktuell beträgt bei dem Bundesschatzbrief die Höhe der Zinsen:
- 0,50 % für das erste Jahr,
- 1,25 % für das zweite Jahr,
- 1,75 % für das dritte Jahr,
- 2,50 % für das vierte Jahr,
- 3,25 % für das fünfte Jahr,
- 4,00 % für das sechste Jahr,
sowie 4,0 % für das siebte Jahr bei einem Bundesschatzbrief Typ B.

Bei einer Anlagesumme von 1.000 Euro (die Mindestanlage beträgt 52 Euro) erhält man somit bei einem Bundesschatzbrief Typ A im ersten Jahr 5 Euro, im zweiten 12,50 Euro, im dritten 17,50 Euro, im vierten 25 Euro, im fünften 32,50 Euro und im sechsten 40 Euro Zinsen, zusammen: 132,50 Euro.

Bei einem Typ B Bundesschatzbrief ist die Höhe der Zinsen gleich, jedoch steigen die Beträge durch den Zinsenszins stärker an. Im ersten Jahr würden so 5 Euro, im zweiten 12,56 Euro, im dritten 17,81 Euro, im vierten 25,88 Euro, im fünften 34,49 Euro, im sechsten 34,49 Euro und im siebten 45,58 Euro an Zinsen entstehen, was einen Zinsgewinn von 185,16 Euro entspricht.

Die Rendite ist damit, verglichen mit anderen Festgeldangeboten mit Staffelzins und anderen festverzinslichen Wertpapieren, eher durchschnittlich - der große Vorteil ist hier jedoch die Sicherheit der Auszahlung und der Anlage, sowie der gebührenfreie Erwerb. Der Erwerb ist übrigens auch bei Banken oder Sparkassen gebührenfrei, man kann Bundesschatzbriefe jedoch auch über die Finanzagentur erwerben - hat man noch kein Wertpapierdepot, werden die Bundesschatzbriefe kostenlos in einem Depot der Finanzagentur verwaltet.

Wenn man sich vor dem Ablauf der Laufzeit von einem Bundesschatzbrief trennen will, ändert sich auch die Höhe der Zinsen. Denn ausbezahlt bekommt man dann nur, was bis zum Verkaufstag an Zinsen angefallen ist, egal ob es sich um einen Bundesschatzbrief Typ A oder B handelt. Ein Bundesschatzbrief kann sowohl von der Finanzagentur gekauft als auch an sie verkauft werden.