PKV Vergleich: Was ist wirklich wichtig?

Die private Krankenversicherung ist vor allem für Selbständige, Freiberufler oder Beamte eine kaum mehr wegzudenkende Alternative zur gesetzlichen Krankenkasse - und das nicht, weil die Leistungen unbedingt besser, sondern weil die PKV im direkten Vergleich einfach günstiger ist.

Schon Selbständige und Freiberufler mit mittleren, monatlichen Einnahmen (!) von ca. 3.700 - 3.800 Euro müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstsatz von ca. 570 Euro zahlen - und das trotz des Faktes, dass Einnahmen und Gewinn immernoch 2 verschiedene Dinge sind. Zwar lässt sich der Kassenbeitrag auch geringfügig absenken, wenn die tatsächlichen Einnahmen niedriger sind, jedoch muss dies erst aufwendig und umständlich beantragt und nachgewiesen werden.

Vergleich PKV / GKV

Vor allem bei jungen Unternehmern ist besonders auffällig, wie drastisch der Kostenunterschied zwischen gesetzlicher Krankenversicherung und privater Krankenversicherung ist - während man bei der GKV bei einem entsprechendem Einkommen oft über 570 Euro zahlt, so sind es bei der PKV selten mehr als 180 - 200 Euro, mit einem gut durchgeführten und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten PKV Vergleich sind teilweise monatliche Beiträge von unter 90 Euro (!) möglich!

Aber: Die private Krankenversicherung bietet ein weites Feld an Leistungen und Tarifspektren an, mit welchen man sich ausgiebig befassen sollte, bevor man sich für eine Krankenversicherung entscheidet. Denn günstig ist nicht immer gut und um zu verstehen, welche private Krankenversicherung nun wirklich gut ist oder nicht, muss man verstehen, wie die privaten Krankenversicherungen überhaupt wirtschaften - und so anfangs auch sehr günstige Tarife anbieten können.

Ist günstig immer auch gut?

Bei der privaten Krankenversicherung entscheidet im wesentlichen das Einstiegsalter, der Selbstbehalt und die Tarifform darüber, wie günstig (oder nicht) die Beiträge letztendlich sind. Je jünger man ist, desto günstiger ist der Einstiegstarif, da mit einem steigenden Lebensalter natürlich auch das Risiko steigt, häufiger und vor allem schwerer zu erkranken.

Das Einstiegsalter ist entscheidend!
Während aufwendige und kostspielige Maßnahmen bei jungen Menschen eher eine Ausnahme darstellen, beispielsweise der Zahnersatz oder Gelenkoperationen, sowie alterstherapeutische Maßnahmen, so sind diese bei älteren Menschen natürlich durchaus häufiger anzutreffen. Zwar ist das Altersrisiko seit dem Jahr 2000 gesetzlich abgemildert durch verbindliche Altersrückstellungen, die das Kostenrisiko im Alter ausgleichen sollen, jedoch müssen diese erst einmal gebildet werden.

Das heißt, während junge Menschen bereits sehr früh mit geringen Zuschlägen auf ihre Beitragszahlungen über die Laufzeit des Tarifes bereits sehr hohe Altersrückstellungen bis zum 40. Lebensjahr aufbauen können, müssen ältere „Einsteiger“ in die PKV diesen Vorsprung mehr oder weniger finanziell aufholen, was zu zusätzlich höheren Tarifkosten neben den steigenden Tarifkosten im Alter führt.

Das „Geiz ist geil“ Prinzip ist bei der privaten Krankenversicherung in diesem Fall eher kontraproduktiv, da stets ein gesunder Mittelweg zwischen günstigen Beiträgen und ausreichenden Altersrückstellungen beschritten werden sollte.

Ausführlich siehe dazu: Private Krankenversicherung: Faktor Alter

Thema Selbstbehalt
Wie hoch der monatliche Beitrag ausfällt, hängt auch vom gewählten Selbstbehalt ab - je höher dieser ist, desto niedriger ist letztendlich der monatliche Beitrag in die private Krankenversicherung. Der Selbstbehalt ist nach dem Einstiegsalter der zweitwichtigste Faktor bei der Beitragshöhe, der in einem Vergleich berücksichtigt werden sollte.

Wer sich beispielsweise für keinen Selbstbehalt entscheidet, also die Krankenkasse ab dem ersten Euro die Kosten tragen lässt, der zahlt im Schnitt das 3 - 5fache des Beitrages eines anderen Versicherten, welcher sich für einen Selbstbehalt von 750 - 1.500 Euro entschieden hat. Ein hoher Selbstbehalt wirkt dabei zuerst abschreckend, jedoch fallen vor allem für die im Mittel am häufigsten Hausarztbesuche nur relativ geringe Kosten von 15 - 30 Euro pro Besuch an, die sich außerdem noch von der Steuer als außergewöhnliche Belastungen absetzen lassen.

Ausführlich siehe dazu: Private Krankenversicherung: Mit Selbstbehalt sparen!

Mogelpackung Jugendtarife & Überalterung
Durch den Konkurrenzdruck unter den privaten Krankenversicherungen werden von diesen laufend neue Tarife aufgelegt. Der Sinn hinter diesen Neuauflagen ist, dass diese Tarife meist zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine Interessengeneration angeboten werden, beispielsweise für alle zwischen 1980 - 1985 geborenen Interessenten, und diese innerhalb eines Tarifes gebündelt werden.

Der Vorteil hierbei ist, dass man eine relativ homogene Gruppe von Versicherten hat, die zum Auflagezeitpunkt kaum Kosten verursachen und somit sehr günstige Beiträge erhalten können - je älter diese jedoch werden, desto höher werden auch die Kosten, was sich in steigenden Beiträgen niederschlägt.

Dieses Schema wiederholt sich laufend, so dass alte Tarife aufgrund der höheren, und im direkten Vergleich unattraktiven, Beitragskosten nicht mehr im aktuellen Programm angeboten werden und diese somit nicht mehr aufgefrischt werden können - der Tarif überaltert in diesem Fall.

Auch wenn es auf den ersten Blick beitragssteigernd wirkt, sollte bei einem PKV Vergleich deswegen immer berücksichtigt werden, ob der Tarif altersoffen und relativ stark durchmischt ist, um sich so vor hohen Beitragssteigerungen durch eine drohende Überalterung in der Zukunft zu schützen.

Ausführlich siehe dazu: Private Krankenversicherung: Günstige Tarife & Gefahr der Überalterung

Praxistipp: Makler geben dieses Wissen nur ungern Preis, jedoch kann jeder Makler überprüfen, wie hoch die Beitragskonstanz und die Beitragssteigerung in einem Tarif / bei einer privaten Krankenkasse in den letzten Jahren war. Um sich vor „günstig, günstig“ Tarifen zu schützen, welche im Nachhinein immer teurer werden, sollte man sich deshalb immer diese Auskunft zur jeweiligen Krankenkasse / dem angebotenen Tarif geben lassen und sich im Zweifel für die Krankenkasse mit der größeren Konstanz und niedrigeren Beitragssteigerungen entscheiden, auch wenn diese auf den ersten Blick etwas teurer ist.