Laufende Kosten richtig kalkulieren

Wer im Alltag richtig Geld sparen möchte und sich wundert, dass am Ende des Monats trotzdem kaum mehr Geld übrig ist, macht häufig den Fehler, sich bei den Ausgaben an den großen, einmaligen Posten, z. B. der Kauf von Elektrogeräten oder eines Autos, festzumachen und hier richtig sparen zu wollen.

Aber was sehr viel höhere Kosten verursacht und von vielen nur am Rande betrachtet wird sind die laufenden Kosten. Laufende Kosten sind all jene, die immer anfallen - typische, laufende Kosten sind bei Privatpersonen Miete, Strom, Telefon und andere Beträge, die monatlich anfallen. Bereits kleine Unterschiede können am Ende des Jahres ein großes Minus oder Plus erzeugen.

Vor allem bei finanziellen, langfristigen Planungen wird der „Kleinkram“ gern aus den Augen verloren. Das typische Beispiel hierfür ist der Erwerb von Wohneigentum in Form der Eigentumswohnung, eines Hauses oder der Neubau eines Hauses. Viele Menschen machen hier den Fehler, durch die wegfallende monatliche Miete, an dessen Stelle „nur“ die monatliche Rate zur Tilgung eines Kredites tritt, langfristig besser zu fahren.

Nur: mit dem Erwerb von Eigentum sind auch jede Menge laufende Zusatzkosten verbunden, an die man als Mieter nicht gedacht hat oder die man nicht zahlen musste, da sie vom Vermieter nicht zu 100 % umgelegt werden können. Natürlich fallen auch hier laufende Kosten für Wasser, Strom und Heizung an - diese können aber bei einem Haus, welches häufig großzügiger angelegt wird als eine Mietwohnung, wesentlich höher ausfallen. Dazu kommen laufende Kosten für Steuern, Versicherungen und Grundgebühren, welche zusätzlich bezahlt werden müssen.

Ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt stellen auch monatliche Rückstellungen dar, denn ein Haus sinkt laufend im Wert durch Abnutzung und Verschleiß und erfordert regelmäßig Reparaturarbeiten, die schnell teuer werden können. Der „Klassiker“ ist hier das Dach, welches auch bei einem Neubau nach ca. 20 - 25 Jahren fällig werden kann. Wer gerade ein Haus baut, oder sich mit dem Gedanken eines Neubaus befasst, weiß was hier an enormen Kosten für ein Dach entstehen können.

Hohe, oft zu vermeidende laufende Kosten entstehen auch durch Überversicherung. Laut Statistik sind zwar knapp 30 % aller Deutschen unterversichert, aber noch mehr überversichert. Das heißt, dass man zu teure und oft unnötige Versicherungen abgeschlossen hat, die wenig Nutzen und vor allem Geld kosten - und das nicht zu knapp. Welche Versicherungen man wirklich braucht und welche nur dem Makler nützen, kann man auf www.blkk.de hier nachlesen:
- Welche Versicherung braucht man wirklich?
- Welche Versicherungen braucht man nicht?

Laufende Kosten können dabei fast immer gesenkt werden, wenn man sich genau vor Augen hält, was man monatlich überhaupt alles bezahlen muss. Typische Kostenfallen sind:
- zu teure Konten
- zu teure Handy und Telefon Tarife
- zu teure Strom und Gas Tarife
- zu teure Verträge für Altersvorsorge, Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen
- zu teure Einkäufe von Konsumgütern - Stichwort: Markenprodukte
- zu hohe Verbrauchskosten für PKW
- zu hohe und teure Kreditraten und zu viele Ratenzahlungen - es lohnt sich oft eine Umschuldung

Während laufende Kosten, die man nicht richtig im Blick hat, für Arbeitnehmer „nur“ bedeuten, dass ihnen weniger Geld zur Verfügung steht, als sie eigentlich haben könnten, ist es für Selbständige und Personen, die selbst verantwortlich für ihr Einkommen sind oft ein böser Fallstrick, wenn laufende Kosten aus den Augen verloren werden. Sollte das Einkommen aufgrund schlechter Auftragslage einmal weg brechen, können zu hohe laufende Kosten Selbständige oder Freiberufler wesentlich schneller in Existenznot oder die Überschuldung treiben.