Kostenloses Konto oder gebührenpflichtiges Konto?

Eigentlich eine Thematik, die lächerlich erscheint, denn der Mensch greift automatisch zum Günstigeren, zum vermeintlichen Schnäppchen. Komischerweise scheint diese Regel beim Thema Girokonto nicht wirklich zu gelten, denn trotz bestehender Angebote für kostenlose Girokonten greifen viele Verbraucher nach wie vor zu Konten, die nicht kostenlos sind, sondern für die vielmehr eine pauschale Gebühr pro Jahr bzw. monatlich verlangt werden.

Warum entstehen Gebühren?

Eine Frage, die man eigentlich den Banken stellen müsste: „Warum verlangt ihr dafür, dass wir euch Geld leihen, auch noch Gebühren?“ Denn nichts anderes passiert im Grunde, wenn Sie ein Konto eröffnen und dort Geld deponieren - sie leihen dem jeweiligen Bankhaus Geld, wenn auch zu schlechten Bedingungen, da Sie bei einem Girokonto ihr eingezahltes Geld zu jeder Tages- und Nachtzeit abheben dürfen. Das Bild dreht sich natürlich, wenn Sie den Ihnen möglicherweise eingeräumten Dispokredit in Anspruch nehmen, denn dann leiht die Bank ihnen Geld, anstatt umgekehrt.

Welche Gebühren können entstehen?

Die meisten Banken ziehen es vor, pauschal abzurechnen, beispielsweise mit EUR 9,99 pro Monat. In diesem Preis enthalten sind dann häufig diverse Servicedienstleistungen, wie beispielsweise eine EC-Karte, kostenlose Inlandsüberweisungen, kostenlose Kontoauszüge am Automaten, kostenloses Onlinebanking etc. Hierbei handelt es sich jedoch um ganz gewöhnliche Eigenschaften, die ein Konto aufweisen muss, damit es überhaupt zum alltäglichen Zahlungsverkehr genutzt werden kann - dafür extra Geld zu bezahlen, erscheint eigentlich wenig sinnvoll.

Was bietet ein kostenloses Konto?

Zunächst hat ein gratis Girokonto alles, was es haben muss, damit es überhaupt eingesetzt werden kann: EC-Karte, Onlinebanking, Kontoauszüge, die Möglichkeit, Daueraufträge einzurichten, ins In- und Ausland zu überweisen und Geld an Geldautomaten abzuheben. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist es damit bei vielen gratis Konten jedoch noch bei weitem nicht getan - wofür man bei anderen Konten bezahlt, erhält man auch dort gratis, wie beispielsweise eine Kreditkarte oder ein Depot.

Wieso dann überhaupt für ein Girokonto zahlen? Nun, gratis Konten haben einen Nachteil, der möglicherweise entscheidend ist: sie werden in aller Regel von Direktbanken angeboten, die über kaum oder sogar gar keine Filialen verfügen. Das heißt, wenn Service, dann online - keine Überweisungen am Bankschalter, keine persönlichen Beratungsgespräche.

Gibt es Probleme, müssen Sie sich via Hotline an einen der Mitarbeiter der Bank wenden, anstatt einfach in der Bankfiliale vorzusprechen. Für Personen, die sich mit dem Internet nicht wirklich auskennen bzw. kein Onlinebanking machen wollen, kommt ein gratis Konto bei einer Direktbank also auf keinen Fall in Frage, egal, mit wie vielen Vorteilen ein solches Konto sonst aufwarten kann.