Tagesgeldkonto Zinsen -lohnt sich die Anlage?

Das Tagesgeldkonto zählt sicherlich zu den beliebtesten Anlageprodukten in Deutschland, vor allem, wenn es um die kurzfristige Anlage geht. Doch rentiert sich ein Tagesgeldkonto tatsächlich? Wären Anleger mit einem anderen Produkt nicht vielleicht besser beraten?

Zunächst überzeugt das Tagesgeldkonto aufgrund seiner einfachen Handhabung: bei vielen Banken kann man es online beantragen, oder, wie beispielsweise bei der Postbank, zusätzlich zum Girokonto einfach im Onlinebanking-Bereich eröffnen. Für ein Tagesgeldkonto fallen grundsätzlich keine Kosten an, die die Rendite mindern könnten: die Kontoführung ist kostenlos. Manche Banken lassen sich jedoch Überweisungen, die von dem Tagesgeldkonto ausgehen, bezahlen, dies sollte bei einem guten Tagesgeldkonto nicht der Fall sein.

Ein Tagesgeldkonto ist nicht mit einem Girokonto zu verwechseln, auch wenn die einfache Handhabung es vermuten lassen könnte: das Tagesgeldkonto kann nicht für den alltäglich anfallenden Zahlungsverkehr genutzt werden. Überweisungen müssen immer zuerst auf das entsprechende Referenzkonto, bei derselben Bank, was manchmal verlangt wird, oder bei einer anderen Bank, führen.

Das Thema Tagesgeld und Zinsen ist im Grunde eine Sache für sich, denn zum einen garantiert die Bank die Zinshöhe nicht oder nur ausnahmsweise für gewisse Aktionszeiträume, um Neukunden zu binden. Bei Tagesgeldkonten ist der Zinssatz grundsätzlich variabel, er orientiert sich am so genannten 3-Monats-EURIBOR , also dem Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander kurzfristig Geld leihen.

Die schwankenden Zinsen machen die Rendite von Tagesgeldkonten zumindest in der Theorie unkalkulierbar - in der Praxis zeigt sich jedoch, dass das Zinsniveau mehr oder weniger stabil ist, wenn keine „Großereignisse“ wie beispielsweise die Finanzkrise im Jahr 2008 dazwischenkommen.

Eigentlich handelt es sich bei einem Tagesgeldkonto um eine Möglichkeit, Geld (kurzfristig) zu parken, bis sich eine lukrativere Geldanlage findet, doch viele Anleger handhaben dies in der Praxis anders: andere Geldanlagen haben Nachteile, die viele Anleger nicht in Kauf nehmen möchten, so zum Beispiel Risiko und Unsicherheit, feste Laufzeiten oder auch die Nichtverfügbarkeit der Einlagen.