Geldanlage - Anleihen im Überblick

Bei einer Anleihe - bzw. Obligation, Schuldverschreibung, Bond, Renten-Papier, handelt es sich um dem Erwerber bzw. Käufer verbrieftem Rückzahlungsrecht, Verzinsungsrecht und im Falle der Insolvenz vorzeitiges Rückzahlungsrecht. Gehandelt werden Anleihen in aller Regel in Prozent an der Börse, der Anleger erwirbt mit der Anleihe jedoch kein Stimmrecht, wie es bei Aktien der Fall ist. Oft nicht an der Börse gehandelt werden Anleihen im Direktvertrieb.

Die Ausgabe einer Anleihe stellt für den Emittent selbst eine recht attraktive Alternative zur Kreditaufnahme bei der Bank dar, der Vorteil liegt auf der Hand: ohne dass weitere Sicherheiten gestellt werden müssen, kann Liquidität verschafft werden. In erster Linie geben der Staat, Unternehmen und staatliche Organisationen Anleihen aus, und entsprechend wird zwischen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen unterschieden. Die Staatsanleihen sind in der Bevölkerung unter dem Namen Bundeswertpapiere recht bekannt.

Anleihen und Risiko

Im Vordergrund stehen bei Anleihen das Zinsänderungsrisiko und das Bonitätsrisiko bzw. Emittentenrisiko: diese muss der Anleger bei allen Schuldverschreibungen unbedingt beachten bzw. im Hinterkopf behalten. Sofern der Emittent insolvent geht und entsprechend Konkurs anmelden muss, so muss der Anleger um die Rückzahlung des Kapitals, das er investiert hat, fürchten (vgl. Lehman Zertifikate). Es ist notwendig, dass man die Bonität der Bonds im Vorfeld überprüft, und zwar mit Hilfe von Ratings der so genannten Ratingagenturen.

Sofern sich die Bonität des Emittenten während der Dauer der Laufzeit verschlechtern sollte, geht damit auch ein Kursverlust der Anleihe einher. Einem Zinsänderungsrisiko sind in erster Linie Anleihen ausgesetzt, die eine längere Restlaufzeit bzw. Laufzeit aufweisen: das Zinsänderungsrisiko ergibt sich ganz natürlich aus der Unvorhersehbarkeit der Zinsentwicklung am Finanzmarkt.

Emissionsbedingungen

Derjenige, der eine Anleihe erwirbt, vergibt quasi ein Darlehen an den Emittenten, und zwar in aller Regel über einen im Vorfeld festgelegten Zeitraum - die Details sind in den so genannten Emissionsbedingungen geregelt, die Laufzeit kann zwischen einem Jahr und 15 Jahren oder unter Umständen noch darüber hinaus liegen. Ebenso vorgegeben sind neben der Laufzeit natürlich weitere Bedingungen, wie etwa die Tilgung und die Verzinsung, alle wesentlichen Faktoren werden in der „Sammelurkunde“ bezeichnet.

Erworben wird die Anleihe bei Neuemission zu einem gewissen Nominalbetrag bzw. zu an der Börse gehandelten Kursen in Prozent: handelt es sich um festverzinsliche Papiere, so ist der Zinssatz festgeschrieben, bei variabler Verzinsung werden die Zinsen periodisch angepasst. Zum Laufzeitende findet eine Rückzahlung zum Nominalbetrag statt, es ergeben sich Kursschwankungen während der Dauer der Laufzeit, da eine Orientierung des Kurses am Kapitalmarktzinsniveau stattfindet.