Festgeld Schweiz - lohnt sich der Blick ins Nachbarland?

Die Schweiz ist bekannt für ihre Banken - oder besser gesagt für das Bankgeheimnis, das jedoch in den letzten Jahren mehr und mehr aufgeweicht wurde, sodass heutzutage eher andere Länder den Ruf weg haben, der Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu dienen, als unser kleines alpines Nachbarland im Süden. Trotzdem wenden sich viele Verbraucher im Glauben, in der Schweiz wäre alles, was mit dem Thema „Finanzen“ zu tun hat, besser als in Deutschland, an Schweizer Banken - so beispielsweise auch, wenn es um die Anlage von Kapital auf einem Festgeldkonto geht.

Konditionen - deutsches Festgeldkonto

Die Festgeld Konditionen in Deutschland sind eigentlich bei allen Banken relativ ähnlich: gefordert wird zumeist eine Mindestanlagesumme, die allerdings unterschiedlich hoch sein kann, in der Regel aber bei mindestens 1000 Euro liegt, durchaus aber auch 5.000 Euro oder mehr betragen kann.

Der Zinssatz wird bereits zu Beginn der Vertragslaufzeit festgelegt und bleibt während der kompletten Laufzeit über auf dem gleichen Niveau, unabhängig von den Schwankungen auf dem Geldmarkt. Die Zinshöhe, auf die man sich mit der Bank einigt, hängt in erster Linie von der Länge der Laufzeit ab - bei einer Dauer von unter einem Jahr ist nur mit einer schmalen Rendite zu rechnen, während sich ein zweijähriges oder dreijähriges Festgeld durchaus lohnen kann, die Rendite steigt also, je länger man sich an die Bank bzw. das Konto bindet.

Konditionen - Festgeld Schweiz

Im Gegensatz zu den Banken in Deutschland, haben Schweizer Banken für ihr Festgeld andere Konditionen festgelegt. Dies beginnt bereits bei der geforderten Mindestanlagesumme, die in Deutschland ja, wie bereits angesprochen, zumeist die Höhe eines fünfstelligen Betrages aufweist: in der Schweiz wird bei einem Festgeldkonto in aller Regel eine Mindestanlage von 100.000 Schweizer Franken gefordert.

Unterschiede gibt es auch bei der Laufzeit: während in Deutschland die Mindestlaufzeit bei einem bzw. drei Monaten liegt, liegt sie in der Schweiz bei nur einer Woche, die maximale Laufzeit bei 12 Monaten bzw. einem Jahr, was das Schweizer Festgeld höchstens zu einer mittelfristigen, nicht jedoch wie in Deutschland zu einer mittel- bis langfristigen Anlageform macht. Allerdings werden genauso wie in Deutschland der Zinssatz, der Betrag und der Verfalltermin zum Zeitpunkt der Zeichnung festgelegt und sind während der Laufzeit unveränderlich.

Da sich der Zinssatz in erster Linie an der gewählten Laufzeit orientiert, lässt sich für das Schweizer Festgeld keine pauschale Empfehlung aussprechen - Anleger müssen aber in jedem Fall die Verrechnungssteuer, die mit 35% zu Buche schlägt, beachten. Wer nach Geldanlagen in der Schweiz sucht, aber weniger als 100.000 Franken investieren möchte, könnte sich die Konditionen von Sparkonten, Kassenobligationen oder Geldmarkt-Fonds genauer ansehen.