Lohnt sich eine private Rentenversicherung?

Private Rentenpolicen sind im Grunde eine besondere Spielart der Lebensversicherungen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass mithilfe von privaten Rentenversicherungen das Todesfallrisiko abgesichert wird, sorgt der Versicherungsnehmer mit einer solchen Police vielmehr für ein besonders langes Leben vor.

So funktioniert die Private Rentenversicherung

Das Prinzip der Policen ist unkompliziert: normalerweise sind private Rentenversicherungen darauf ausgelegt, dem Versicherten ab einem gewissen Alter monatlich eine bestimmte Summe zu überweisen. Allerdings lassen viele Versicherer den Kunden inzwischen die Wahl zwischen einer Einmalzahlung und einer lebenslangen Rente. Diese Entscheidungsfreiheit trägt sehr zur Flexibilität der Verträge bei - der Versicherte kann eine zeitnahe Entscheidung über die zur Verfügung stehenden Optionen fällen.

Private Rentenversicherung Grund für die Beliebtheit von privaten Rentenversicherungen ist auch, im Gegensatz zum bestehenden Risiko bei einer Investition in Fonds und Aktien, dass der Versicherte zumindest eine ungefähre Vorstellung davon hat, mit welcher Summe er im Alter rechnen kann, da ein gewisser Anteil der Rente bzw. Auszahlung von den Versicherungsgesellschaften garantiert wird.

Außerdem locken vergleichsweise günstige Steuersätze: werden die Versicherungsleistungen beispielsweise ab dem 65. Lebensjahr bezogen, muss seine Rente zu 18 % versteuern.

Vorteile gibt’s nicht zum Nulltarif

Vorsicht: die schnelle Entscheidung für einen Anbieter, kann sich als sehr nachteilig für den Versicherungsnehmer erweisen - viele Versicherungsgesellschaften bieten nur ausgesprochen magere Renditen. Daraus ergeben sich teilweise erhebliche Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Gesellschaften. Trotz gleicher Beitragsleistung können die ausgeschütteten Summen um mehr als 50 % voneinander abweichen. Als Anleger sollten Sie entsprechend ganz genau prüfen, mit welchem Versicherer Sie für Ihr Alter vorsorgen wollen.

Auf ein langes Leben wetten

Im Grunde schließt man mit einer privaten Rentenversicherung mit dem Versicherer eine Wette auf ein möglichst langes Leben ab. Problem: wer nicht damit rechnen kann, besonders alt zu werden, wird möglicherweise gar nichts von seiner Rentenversicherung haben! Ein Mann, der mit 67 Jahren beginnt, Rente zu beziehen, muss dies, abhängig vom jeweiligen Tarif, für mindestens 15 bzw. 17 Jahre tun - alleine, um die von ihm eingezahlten Beiträge wieder zurückzubekommen.

Ein finanzielles Plus erst nach so vielen Jahren? Das würde bedeutet, dass die Beispielperson zu diesem Zeitpunkt bereits 82 Jahre alt ist - ein Alter, das viele Menschen gar nicht erst erreichen! Laut dem Statistischen Bundesamt wurden zum Beispiel im Jahr 2009 22 % der verstorbenen Männer keine 65 Jahre alt, 33 % wurden keine 70 Jahre alt. Inwiefern Sie in dieser Statistik leben oder nicht, hängt u.a. von Ihren Genen, Ihrem Gesundheitszustand etc. ab.

Gegen alle Warnungen

Sollten für Sie die Vorteile der privaten Rentenversicherung trotz allen Nachteilen überwiegen, sollten Sie bei der Wahl des Versicherers vor allem auf die Höhe der vom Versicherer garantierten Rente und auf den Anlageerfolg der Versicherungsgesellschaft achten - letzterer ist ein nicht zu unterschätzender Indikator für die zu erwartende spätere Rente: je höher der mit Kundenguthaben am Kapitalmarkt erzielte Ertrag, desto besser fällt die Rente aus Überschüssen aus, die eine Ergänzung zur garantierten Rente darstellt.

Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Versicherungsvertrag so flexibel wie möglich gestaltet ist: den Zeitpunkt des Rentenbeginns nach hinten verschieben, bei sinkendem Einkommen auch die Beiträge senken - auf solche Optionen sollten Sie nicht verzichten.