Geschäftskonto - ganz normales Girokonto nutzen?

Egal ob als Selbständiger oder als Angestellter, ein Geschäftskonto bzw. Gehaltskonto macht alleine deswegen Sinn, um seine Finanzen beruflich und privat zu trennen. Ins besondere bei Freiberuflern oder Gewerbetreibenden ist diese Aufteilung deswegen sinnvoll, weil das Finanzamt so bei einer Betriebsprüfung nur die Unterlagen bezüglich des Geschäftskontos einsehen möchte, das Privatkonto sollte außen vor bleiben.

Privatkonto und Geschäftskonto

Banken haben es sich zur Angewohnheit gemacht, Konten speziell als Privatkonto oder als Geschäftskonto auszuweisen. Inwiefern es dem Kunden dann theoretisch erlaubt ist, ein privates Konto als Geschäftskonto zu nutzen, ist die Frage: bei einer bereits langjährig bestehenden Kundenbeziehung dürfte ein als Geschäftskonto geführtes Privatkonto eigentlich kein Problem sein.

Die Banken und Sparkassen beharren gerne auf das Geschäftskonto, weil dieses in aller Regel mit Gebühren versehen ist, was das Geschäftskonto von den meisten Privatkonten unterscheidet. Außerdem wird bei den meisten Geschäftskonten kein Dispo eingerichtet, zumindest nicht von vorne herein - das macht auch Sinn, da sich ein Geschäftskonto wirklich immer im Plus befinden und der Dispo wenn dann auf dem privaten Konto genutzt werden sollte.

Zwingend notwendig für's Finanzamt?

Übrigens interessiert es das Finanzamt kein Stück, ob Sie für Ihr Geschäftskonto nun auch wirklich ein offizielles Geschäftskonto der Bank oder Sparkasse verwenden, oder doch einfach nur ein Privatkonto, das Sie als Geschäftskonto verwenden.

So oder so können Sie die Kosten für ihr Geschäftskonto steuerlich als Werbungskosten bzw. als Betriebsausgaben bei Selbständigkeit geltend machen - entweder pauschal mit 11 Euro pro Jahr, oder in Form der tatsächlich anfallenden Kosten.

Wofür Sie sich auch entscheiden, die Kontoauszüge Ihres Geschäftskontos sollten Sie auf jeden Fall geordnet und mindestens für die Dauer der Aufbewahrungsfrist aufheben, denn einen Kontoauszug nachträglich anfordern kostet immer zusätzliche unnötige Gebühren. Es spricht übrigens nichts dagegen, dass Sie Ihr Geschäftskonto auch für alltägliche Transaktionen, die eigentlich privat sind, nutzen, also beispielsweise mit der dazugehörenden EC-Karte an der Supermarktkasse bezahlen.

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