Förderprogramme für Existenzgründer - Überblick

Sich selbständig zu machen, ist oftmals keine leichte Entscheidung, denn in aller Regel ist das notwendige Kapital für die Existenzgründung vorhanden. Vater Staat ist sich dieser Problematik jedoch bewusst, und entsprechend viele Förderprogramme für Existenzgründer stehen zur Verfügung - Personen, die sich selbständig machen wollen, sollten sich also einen Überblick über alle Möglichkeiten zur Förderung verschaffen.

Förderungen gewähren der Bund, das ERP-Sondervermögen, die Bundesländer und die EU. In aller Regel handelt es sich bei der finanziellen Förderung für Existenzgründer um Darlehen, die besonders zinsgünstig oder sogar zinsfrei sind, aber teilweise auch um Zuschüsse, die der Selbständige nicht zurückzahlen muss. Neben günstigen Zinsen warten die Förderdarlehen außerdem zumeist mit langfristigen Laufzeiten und einer langen Tilgungspause bzw. einer tilgungsfreien Zeit auf.

Zu den wichtigsten Förderprogrammen bei Existenzgründung gehören sicherlich die Zuschüsse zur Gründungsberatung, die vor der Existenzgründung erfolgt. Die Beratung erfolgt über Existenzgründungs- und Unternehmensberater und ist gebührenpflichtig, was von den meisten Bundesländern großzügig bezuschusst wird.

Auch nach der Gründung wird Unternehmensberatung bezuschusst, sofern es sich um kleine bzw. mittlere Unternehmen oder Freiberufler handelt. Voraussetzung ist, dass man bereits seit einem Jahr selbständig ist. Eine Förderung erfolgt bei Beratung zu organisatorischen, personellen, finanziellen, technischen oder wirtschaftlichen Fragen.

Des Weiteren besteht nach der Gründung die Möglichkeit, das Gründercoaching Deutschland zu nutzen - es steht innerhalb der Startphase, aber auch in der Festigungsphase zur Verfügung, wobei die Existenzgründung nicht länger als fünf Jahre her sein darf, die Förderung basiert auf Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Mitteln des Bundes.

Finanzielle Hilfe erhalten Existenzgründer mit dem Unternehmerkapital bzw. dem ERP-Kapital für Gründung. Gefördert werden hierbei Baunebenkosten, Gebäude, Grundstücke, Sachanlageinvestitionen, Betriebsausstattung, immaterielle Investitionen, Unternehmenskauf, Messeteilnahmen und Beratungsdienstleistungen.

Zur Verfügung steht ebenso der KfW Unternehmerkredit - der Antrag hierfür wird vor dem jeweilig zu fördernden Anliegen bei der Hausbank gestellt, der Zinssatz ist an der aktuellen Marktentwicklung orientiert. Günstig erhalten vor allem mittlere bzw. kleine Unternehmen Kredite, bei Darlehen, die bis zu zehn Jahre laufen oder endfällig sind wird der Zinssatz festgeschrieben.

Bis vor kurzem gab es außerdem das KfW Startgeld, das allerdings zum 1. April 2011 durch den KfW Gründerkredit Universell und das KfW Gründerkredit StartGeld ersetzt wird.

Weitere nützliche Förderprogramme für Selbständige bzw. Existenzgründer sind die Investitionszulage, die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, das ERP-Beteiligungsprogramm und das ERP-Innovationsprogramm.

Für Unternehmen, die technologieorientiert sind, bestehen noch weitere Förderungen bzw. Förderprogramme: der High-Tech Gründerfonds, der ERP-Startfonds, EXIST - Existenzgründung aus der Wissenschaft, das EXIST-Gründerstipendium und das EXIST-Forschungstransfer Programm.

Beratung lohnt sich in jedem Fall, denn Geld sollte bei einer Existenzgründung nicht verschenkt werden. Existenzgründer können zum Beispiel bei der BMWi-Finanzierungshotline unter 03018 6158000 oder beim Infocenter der KfW Mittelstandsbank unter 0180 1221124 anrufen.