BRIC-Fonds - Investition in Schwellenländer

BRIC - das steht für Brasilien, Russland, Indien und China, und bei den meisten Anlegern fangen die Augen an zu leuchten, wenn sie die Abkürzung lesen. Denn BRIC verspricht, wenn man den Fachzeitschriften und Seiten im Internet glauben soll, Reichtum - und Anleger können an diesem Reichtum teilhaben, wenn sie in Investmentfonds der jeweiligen Länder investieren.

BRIC-Fonds investieren ausschließlich in die Schwellenländer China, Brasilien, Russland und Indien, und diese Fonds existieren bereits seit dem Jahr 2005, als Goldman Sachs den Begriff „BRIC“ geprägt haben. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an BRIC-Fonds, zwischen denen sich Anleger entscheiden können.

Die Wachstumsraten der Länder, in die diese Fonds investieren, liegen bei 8% aufwärts - zahlen, die die Anleger dazu verleiten, Unsummen zu investieren - beispielsweise kassierte DWS alleine in einem Jahr knapp eine Milliarde Euro. Neben der hohen Wachstumsrate lockt außerdem ein als moderat zu bezeichnendes Zinsumfeld.

Das BRIC-Konzept ist stimmig und attraktiv: die Länder, in die die Fonds investieren, also Indien, China, Russland und Brasilien, warten mit derart unterschiedlichen Stärken auf, dass sie sich optimal ergänzen und nur gering korrelieren. Gut lässt sich diese Tatsache am Ölpreis festmachen: während beispielsweise Indien und China die hohen Ölpreise schwer zu schaffen machen, profitieren Brasilien und natürlich auch Russland davon, da diese Länder über große Rohölvorkommen verfügen.

Die große Mehrheit der BRIC-Fonds investiert vor allem in Rohstoffe - dies müssen Anleger berücksichtigen, denn eine Investition in Rohstoffe kann dramatische Folgen haben: ein Boom kann sich genauso schnell ins Gegenteil entwickeln, wie er aufgekommen ist.

Außerdem ist der Markt, in den BRIC-Fonds investieren, immer großen Spekulationen, die von professionellen Händlern veranlasst werden, ausgesetzt - dies muss vor allem Russland bemerken: 20% der Ölreserven unserer Welt liegen in Russland. Dagegen ist Indien der weltweit größte Lieferant für Eisenerze - ein unverzichtbarer Grundstoff bei der Stahlproduktion.

Anleger müssen, wenn sie bereit sind, in BRIC-Fonds zu investieren, zum einen die Bereitschaft, ihr Kapital langfristig anzulegen, mitbringen, und zum anderen über eine gewisse Risikoneigung verfügen - schließlich handelt es sich um Schwellenländeranlagen, trotz der Wachstumsperspektiven. Entsprechend macht es für Kleinanleger Sinn, sich auf Investitionen in breit streuende Fonds zu konzentrieren und damit die schwer zu kalkulierenden Risiken besser zu streuen.