Mythos Schufa – Die sechs hartnäckigsten Gerüchte

Jeder hat schon mal von ihr gehört, kaum jemand kennt die ganze Wahrheit über sie – die Schufa. Die Schufa ist für viele Deutsche vor allem mit negativen Assoziationen verbunden. Von abgelehnten Krediten, Kreditkarten oder Mobilfunkverträgen ist häufig die Rede, wenn es um die Auskunftei geht. Doch was verbirgt sich wirklich hinter der Schufa? Wir haben die sieben hartnäckigsten Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.

Mythos 1: Die Schufa ist eine Behörde

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz Schufa) wurde bereits im Jahr 1927 gegründet. Dabei war und ist sie seitdem in privater Hand. Demnach handelt es sich bei der Kreditauskunftei um keine staatliche Behörde. Seit Anfang des Jahrhunderts ist sie zudem eine außerbörsliche Aktiengesellschaft, bei der Handels- und Finanzunternehmen Anteile halten. Ihren Sitz hat die Schufa in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden.

Mythos 2: Die Schufa weiß alles über mich

Das ist definitiv nicht richtig. Die Schufa sammelt zwar personenbezogene Daten, diese umfassen aber keinesfalls Informationen zu Einkommen, Vermögen, Familienstand, Beruf oder Nationalität. Damit ist die Schufa nicht allwissend. Die Daten konzentrieren sich auf allgemeine Auskünfte wie Namen, Wohnsitz, Geburtsort und -datum sowie natürlich Informationen zum Zahlungsverhalten.

Mythos 3: Der Schufa Score verschlechtert sich durch die Selbstauskunft

Jeder Bürger hat das Recht, mindestens einmal pro Jahr eine Selbstauskunft bei der Schufa einzuholen. Pro Jahr ist eine solche Auskunft über die bei der Schufa hinterlegten Daten sogar kostenlos. Beantragen Sie die Datenkopie hier und die Schufa schickt Ihnen den Auszug per Post zu! Dieser Vorgang hat keine Auswirkungen auf Ihren Schufa-Score. Dies gilt für alle Produkte, also nicht nur für Bonitätsauskünfte zur Vorlage an Dritte. Es ist sogar ratsam, jährlich eine Schufa-Abfrage durchzuführen, um eventuelle Fehler korrigieren zu lassen.

Mythos 4: Keine Kreditkarte mit schlechter Schufa

Für viele Verbraucher ist sie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – die Kreditkarte. Das flexible Zahlungsmittel ermöglicht die unkomplizierte Abwicklung von Käufen aller Art und ist auch in Deutschland immer mehr auf den Vormarsch. Mit einem schlechten Schufa-Eintrag ist es allerdings nahezu unmöglich, eine Kreditkarte zu beantragen. Doch hier bietet der Markt lohnenswerte Alternativen. Eine sogenannte Prepaid Kreditkarte funktioniert auf Guthabenbasis, weshalb sie aufladbare Kreditkarten auch ohne Schufa-Auskunft erhalten!

Mythos 5: Keine Chance auf Kredit durch Negativmerkmal

Beim Kreditantrag prüft der Kreditgeber zahlreiche Informationen. Dabei werden insbesondere Daten rund um Ihre Zahlungsfähigkeit beleuchtet. Die Schufa ist für viele Finanzdienstleister die erste Anlaufstelle, um die Kredithistorie von Privatpersonen zu durchleuchten. Wer sich in der Vergangenheit nicht an Zahlungsverpflichtungen gehalten hat und deshalb ein Negativmerkmal bei der Schufa hat, wird Probleme haben, einen Kredit zu bekommen. Das ist zwar wahr, doch gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, einen Kredit oder Dispo trotz Schufa zu kommen. Wer sich im Internet über Kredite ohne Schufa informiert, sollte jedoch die Seriosität des Anbieters prüfen. Hier gibt es leider schwarze Schafe!

Mythos 6: Die Schufa speichert meine Daten für immer

Einmal negative Schufa – immer negative Schufa. Auch das ist nicht richtig. Alle von der Schufa gesammelten Daten werden in festen Abständen gelöscht. Allerdings sind die genauen Fristen seit Mai 2018 nicht mehr im Gesetz verankert. Kreditinformationen werden jedoch in der Regel drei Jahre nach der Rückzahlung, Kreditanfragen schon nach 12 Monaten gelöscht. Nach einem Zeitraum von drei Jahren können Sie also mit einer Löschung der Daten rechnen. Tipp: Achten Sie bei Kreditanfragen im Internet darauf, dass es sich lediglich um Konditionsabfragen handelt, diese schaden dem Score nicht!